Was machen Bauern im Winter

Die Felder sind Schneebedeckt, keine Traktoren seit Wochen mehr auf der Strasse, man könnte denken, dass die Bauern jetzt wohl ihre grosse Pause haben und in der warmen Stube den Tag geniessen. Man kann es ihnen auch nicht verdenken, denn den ganzen Sommer durch waren sie hart auf dem Feld.

Das ist aber weit entfernt von der Realität. Auch wenn man es nicht sieht, die Landwirtschaft ruht nicht und die Natur findet immer statt. Was man auch nicht vergessen darf, ist dass ein Bauernbetrieb eine Firma ist mit Investitions-, Wartungs-, Buero- und Planungsarbeiten ist.

Wir wollen einen kleinen Einblick geben, was ein Bauer macht, wenn er nicht auf dem Feld ist.

Bauer ist nicht gleich Bauer

Nicht jeder Bauernhof ist gleich. Man darf nicht vergessen, dass nicht alle Bauernhöfe alles anbauen und alle Tiere züchten. Wie die Industrie, spezialisieren sich Bauernhöfe und konzentrieren sich auf gewisse Tätigkeitsgebiete. Je nachdem was für Gemüsesorten, Früchte oder Tiere bewirtschaftet werden gibt es einen anderen Jahreskalender.

Sollte eigentlich klar sein, denn die Aufgaben auf dem Hof sind ja abhängig von was man anbaut und in welcher Jahreszeit es wächst.

Wir haben ein paar Tätigkeiten für euch rausgesucht, die ein Bauer im Winter typischerweise zu erledigen hat.

Winter-Tiere-Füttern

1. Tiere Füttern

Die meisten Äcker ruhen im Winter aber Tierhaltung ist eine ganzjährige Tätigkeit. Kühe, Schafe, Hühner etc. müssen umsorgt werden, egal wieviel Schnee draussen liegt. Im Winter ist die Viehpflege sogar anspruchsvoller. Im Sommer können die Tiere draussen oder auf der Alp grasen. Im Winter bleiben die Tiere viel im Stall und müssen entsprechend gefüttert werden und der Stall gesäubert werden. Der Winter ist daher eher aufwendiger.

Winter Gemüse Kale

2. Wintergemüse

Es wächst im Winter nicht gar nichts, denn es gibt Gemüse, die eigentlich erst Saison haben im Winter. Grünkohl (Federkohl, Kale), Nüsslisalat sind zum Beispiel eigentliche Wintergemüse. Hier geht es ganz normal weiter egal wie kalt es ist.

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Winter Traktor Wartung

3. Vorbereitung und Wartung

Die Winterzeit wird auch verwendet um Wartung an Maschine und Hof durchzuführen. Während das Equipment den ganzen Sommer durch gebraucht wurde, werden Reparaturen und Erneuerungen durchgeführt.

Winter Schneeräumen

4. Schnee & Eis

Schnee & Eis sind nicht nur unangenehm, sondern können auch Schaden an Material und Hof machen. Das Vermeiden von Frostschäden und das Wegräumen von Schnee gehören zum Alltag, wenn’s richtig kalt wird.

Winter Waldwirtschaft

5. Holzwirtschaft / Wälder

Winter ist Hochsaison für die Holzsaison. Gross und kleine Stämme werden aus den Wäldern geholt und direkt zubereitet für den Gebrauch oder verkauft an Holzverarbeiter. Die Waldpflege ist ein wichtiger Teil der Landschaftspflege und wichtig für gesunde Wälder das ganze Jahr durch. Wälder sind nicht nur wichtig als Erholungsgebiete, sondern wirken auch als Schutzwälder gegen Lawinen, vermindern Erdrutsche und bieten Lebensraum für viele verschiedene Tiere.

Winter Lagerwirtschaft

 6. Lagerwirtschaft der Lagerfrüchte

Jetzt im Winter, wenn wenig wächst, werden viel Lagerfrüchte verkauft und auf den Markt gebracht. Die Lagerwirtschaft beinhaltet unter anderen die Wartung der Anlage, aber auch schauen, dass kein Gemüse kaputt gegangen ist im Lager und es keine Schädlinge gibt.

7. Ein Bauernbetrieb ist eine Firma

Oft denkt man nicht daran, aber ein Bauernhof ist eine Firma. Das bedeutet, dass jeder Betrieb wie jede andere Firma einen Jahresabschluss und administrative Aufgaben zu erledigen habt. Die Winterzeit wird gerne genommen und diese Büroarbeiten nachzuholen.

8. Analyse und Auswertung

Ein zunehmend wichtiger Teil ist auch die Analyse und Auswertung des letzten Jahres. Heutzutage sind Bauernregeln kein Garant mehr für ein erfolgreiches Jahr. Erträge, Wetter & Temperatur, Futtermenge, etc. werden erfasst und für die Planung des nächsten Jahres verwendet.

Winter Kurz Kopfsalat

9. Der Winter ist nicht so lange

Aber das wichtigste zu bedenken ist, dass der Winter gar nicht so lange ist. Die Schweizer Salatsaison endet im November und die Wintergemüse wie Federkohl und Nüsslisalat werden auch im Winter bewirtschaftet. Nüsslisalat hält bis -15 Grad aus. Die Kopfsalatsaison fängt in der Schweiz zum Teil bereits im Februar wieder an. So viel «ruhige» Winterzeit bleibt da also nicht und wenn man die obere Liste von Aufgaben anschaut, dann muss man sich fragen, wie kommt der Bauer durch mit einen so kurzen Winter.

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